COPD: Vitamin D-Normalisierung schützt vor Exazerbationen

Nach widersprüchlichen Angaben zum Nutzen einer Vitamin D-Supplementation hat jetzt eine britische Metaanalyse ergeben, dass Colecalciferol zusätzlich zur COPD-Therapie die Kranken vor weiteren Exazerbationen bewahren kann. Dies gilt allerdings nur, wenn der Ausgangswert unter 25 nmol/l 25-Hydroxyvitamin D liegt.

COPD Diagnose

Generell lieg die Vitamin D-Versorgung in der Bevölkerung nur im unteren Normbereich und Vitamin D hat zweifelsfrei einen positiven Einfluss auf die Immunabwehr. Daher lohnt es sich allemal bei chronisch Kranken die Vitamin D-Spiegel auf Normalwerte anzuheben, um die Abwehrkräfte zu stärken.

Besonders trifft dies auf Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenkrankheit (COPD=chronic obstructive pulmonal disease) zu. Schließlich sind es vor allem Infekte, die bei COPD zu Exazerbationen und damit zur weiteren Verschlechterung der Lungenfunktion führen. Ob allerdings eine Vitamin-D-Zufuhr bei COPD-Patienten Entzündungen an den Atemwegen verhüten kann, ist fraglich. Entsprechende Studien haben unterschiedliche Ergebnisse erbracht.

Metaanalyse mit kleiner Fallzahl

Um nun der Frage auf den Grund zu gehen, was eine Vitamin D-Supplementation COPD-Patienten bringt, haben Pneumologen der Queen Mary Universität in London eine Metaanalyse angestrengt.

Sie haben trotz umfangreicher Literaturrecherche allerdings nur drei Studien mit den Daten von 469 COPD-Patienten gefunden, die sie auf individueller Ebene mit Adjustierung für Alter, Geschlecht sowie Schweregrad der Erkrankung (gemäß spirometrischer Klassifizierung nach GOLD [Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease]) auswerten konnten.

Nutzen bei niedrigem Vitamin D-Ausgangsniveau

Die Analyse ergab, dass die Vitamin-D-Supplementation, auf das ganze Patientenkollektiv berechnet, keinen signifikanten Einfluss auf die Gesamtrate von mittelschweren und schweren Exazerbationen hatte (adjustierte relative Inzidenzrate [aIRR] 0,94; 95% Konfidenzintervall [KI] 0,78 – 1,13). Allerdings konnte ein protektiver Effekt bei den COPD-Patienten festgestellt werden, die zu Studienbeginn einen Spiegel von weniger als 25 nmol/l 25-Hydroxyvitamin D (aIRR 0,55; 95%-KI 0,36 – 0,84) hatten. Bei höheren Vitamin-D-Ausgangswerten gab es keinen Effekt (aIRR 1,04; 95%-KI 0,85 – 1,27).

Wenn auch nicht alle Patienten von der zusätzlichen Vitamin D-Gabe profitierten, so schadete sie auch nicht – keine der schweren Nebenwirkungen war auf Vitamin D zurückzuführen (adjustierte Odds Ratio 1,16; 95%-KI 0,76 – 1,75).

Vitamin D-Spiegel normalisieren

Auch wenn die Studie nur eine kleine Fallzahl berücksichtigen konnte, folgern die britischen Wissenschaftler aus den Ergebnissen, dass das Risiko für Infekte und damit einer deutlichen Verschlechterung der Lungenfunktion bei COPD-Patienten bei niedrigen Vitamin D-Spiegeln gesenkt werden kann, wenn ihnen Vitamin D zugeführt wird. Sie raten deshalb dazu, bei Patienten, die bereits eine Exazerbation der COPD hatten, den Vitamin D-Status zu überprüfen und gegebenenfalls eine Supplementation zu empfehlen.

Autor: Angelika Ramm-Fischer (Ärztin)

Stand: 01.03.2019

Quelle:
  1. Jolliffe et al. (2019): Vitamin D to prevent exacerbations of COPD: systematic review and meta-analysis of individual participant data from randomised controlled trials. Thorax, DOI: http://dx.doi.org/10.1136/thoraxjnl-2018-212092
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